Riester Anlageformen (Banksparplan, Fondssparplan, Rentenversicherungen)

Bei der Riester-Rente ist die Höhe der staatlichen Förderung nicht vom Anlageprodukt abhängig! Entscheidend für die staatlichen Zulagen und Steuervorteile sind nur das Brutto-Vorjahreseinkommen und die Grund- bzw. Kinderzulage. Trotzdem ist die Auswahl des Riesterprodukts eine der wichtigsten Entscheidungen. Zwischen den einzelnen Anlageformen und Anbietern existieren große Unterschiede bezüglich der Kosten, der langfristig zu erwartenden Rendite und den Details der vertraglichen Vereinbarung.

Die wichtigsten Riester Anlageformen sind:
  • der Riester-Banksparplan,
  • die klassische Riester-Rentenversicherung,
  • die fondsgebundene Riester-Rentenversicherung
  • und der Riester-Fondssparplan.

Auch eine Verwendung der Ersparnis im Rahmen von Wohn-Riester lässt sich im Prinzip als ein eigenes Anlageprodukt betrachten (genauer Infos hierzu finden Sie im Beitrag „die Wohn-Riester Eigenheimrente“).

Der Riester Banksparplan:

Der Banksparplan ist noch recht wenig verbreitet, obwohl er durchaus verschiedene Vorteile mit sich bringt. Unter anderem verursacht er kaum Abschluss- und Verwaltungskosten. Das Anlagerisiko ist äußerst gering, da kein Geld in Aktien oder andere schwer kalkulierbare Finanzobjekte investiert wird. Die Bank zahlt eine marktübliche Verzinsung für das auf dem Sparkonto vorhandene Kapital. Lediglich die genaue Höhe der Verzinsung ist vom Marktniveau abhängig.

Der Banksparplan ist besonders gut für ältere (ca. 45+ Jahre) und risikoscheue Sparer geeignet. Außerdem für alle die bereits beim Abschluss davon ausgehen, dass sie die Wohn-Riester Regelungen nutzen werden. Für Personen mit einem langen Zeitraum bis zum Rentenbeginn ist der Banksparplan weniger zu empfehlen, da sich mit anderen Produkten langfristig eine höhere Rendite erzielen lässt. In der Rentenphase erfolgt die Auszahlung anhand eines Auszahlungsplans. Spätestens ab einem Alter von 85 muss der Restbetrag vom Anbieter in eine Rentenversicherung umgewandelt werden, um eine lebenslange Zahlung sicherzustellen.

Die klassische Riester Rentenversicherung:

Die klassische Rentenversicherung ist der Klassiker unter den Riester Anlageformen. Das Geld wird durch den Anbieter weitgehend risikolos investiert – z.B. in Anleihen der Bundesrepublik und der Länder. Seit 2007 ist eine gesetzliche Mindestverzinsung von jährlich 2,25% durch den Riester-Anbieter zu garantieren. Bei dieser Anlagevariante lässt sich daher schon bei Abschluss die spätere Mindestrente errechnen. Die tatsächliche Rentenhöhe ergibt sich letztlich aus dem Sparbetrag inklusive der garantierten Verzinsung und dem zusätzlich erwirtschafteten Überschuss.

Geeignet ist die Rentenversicherung insbesondere für konservative ältere Sparer (etwa 40-50 Jahre) mit einer gewissen Restlaufzeit bis zu Rente. Gerade Anfangs entstehen recht hohe Abschluss- & Verwaltungsgebühren, welche vom Anbieter über zumindest die ersten 5 Jahre verteilt werden müssen. Daher ist das Produkt nicht für Personen geeignet, welche die geplante Sparleistung nicht durchhalten können, oder die Anlageform noch einmal wechseln wollen. Wird diese Riester-Variante jedoch konsequent bis zum Ende durchgeführt, dann ist sie auf lange Sicht eine rentable, gut planbare und sehr sichere Variante.

Der Riester Fondssparplan:

Bei einem Fondssparplan wird das ersparte Kapital zu einem hohen Anteil in Rentenfonds und Aktienfonds angelegt. Diese Anlagevariante bietet die mit Abstand besten Renditechancen und entsprechend auch die höchsten Kursrisiken. Eine garantierte Mindestverzinsung wie bei einer Rentenversicherung ist nicht gesetzlich vorgeschrieben.

Doch selbst beim Riester Fondssparplan gilt, dass das Risiko letztlich begrenzt ist. Das eingezahlte Kapital und die staatlichen Zulagen müssen, wie bei jeder Riester-Rente, vom Anbieter garantiert werden. Das gilt jedoch nicht innerhalb der Ansparphase, weshalb bei einem Anbieter- oder Produktwechsel Verluste entstehen können. Zum Rentenbeginn wird das vorhandene Kapital in Form einer Rentenversicherung „verrentet“. Bis zum Erreichen des 85. Lebensjahrs ist auch eine Auszahlung in Form eines Auszahlungsplans zulässig. Geeignet ist der Riester Fondssparplan insbesondere für Personen mit einer höheren Risikobereitschaft und jüngere Sparer (bis etwa 40 Jahre). Durch die lange Laufzeit fallen bei langer Laufzeit kurzfristige Kursschwankungen weniger ins Gewicht.

Die fondsgebundene Riester Rentenversicherung:

Bei einer fondsgebundene Rentenversicherung handelt sich gewissermaßen um eine Mischung aus einem Fondssparplan und einer klassischen Rentenversicherung. Ein Teil des Geldes wird in Renten- und/oder Aktienfonds angelegt und der verbleibende Anteil wird in sichere Geldanlagen investiert.

Auch wenn viele Angebote auf dem Markt existieren, ist diese Variante nur wenigen Personen zu empfehlen. Eine garantierte Verzinsung durch den Anbieter ist nicht vorgeschrieben, und durch das Versicherungsgerüst fallen recht hohe Kosten für den Abschluss und die Verwaltung an. Man sollte sich eher für einen Fondssparplan oder eine klassische Rentenversicherung entscheiden.


Eine kostenlose Beratung durch einen Experten und einen Vergleich der besten Angebote erhalten Sie zum Beispiel auf: http://www.im-vergleich.org/.
Zum nächsten Abschnitt: Eigenheimrente - Die Wohn-Riester Vorteile & Nachteile